4 Werte der digitalen Transformation in der Bürgerbeteiligung

Digitalisierung und digitale Transformation - zwei Begriffe, die in aller Munde sind. Während die Digitalisierung schlicht die Überführung von analogen Prozessen in digitale Prozesse meint, geht die digitale Transformation gleich einen großen Schritt weiter: Unter digitaler Transformation wird das “auf den Kopf stellen” von Prozessen und Strukturen verstanden, mit dem Ziel sie mit Hilfe von digitalen Technologien zu verbessern und zukunftsfähig zu gestalten. Das bedeutet, Partizipationsprozesse zu überdenken und die Beziehung zwischen Verwaltung und Bürger*innen neu zu gestalten. Die digitale Transformation verändert folglich nicht nur die Partizipationsprozesse in der Stadtgestaltung, sondern auch die Haltung Bürger*innen gegenüber. Sie verändert darüber hinaus das Selbstbild sowohl der Bürger*innen als auch der Stadtplaner*innen, sie stellt die Organisationsform und die Organisationskultur auf den Kopf. 

Allem Wandel liegt ein Wertefundament zu Grunde - wenn dieses Fundament nicht steht, werden alle Prozesse, die “oben drauf” gebaut werden, nicht die gewünschten Ergebnisse erzielen und im schlimmsten Falle scheitern. Doch welche Werte prägen die Haltung in der digitalen Transformation von Beteiligungsprozessen? 

 

Es geht um den Menschen

Das ist der größte Unterschied zwischen Digitalisierung und digitaler Transformation: Die Ausweitung des Fokus’ auf die Menschen. Die ganzen technischen Neuerungen sind sicherlich sehr beeindruckend und verleiten regelrecht dazu, sich nur auf die neue Welt der Apps, Sensoren und Cloud-Lösungen zu konzentrieren. Doch das ist zu kurz gedacht. Wenn technische Neuerungen oder auch Prozesse nicht auch aus der Sicht der Anwender*innen betrachtet werden, geschieht es leicht, ihre Bedürfnisse außer acht zu lassen.

 

Kollaboration über Abteilungen hinweg

Methoden wie Design Thinking oder Scrum machen es vor: Hier werden crossfunktionale und interdisziplinäre Teams gebildet - das führt beim Design Thinking zu besonders innovativen Ideen, weil eben viele unterschiedliche Perspektiven in die Lösung eines Problems eingebracht werden. Betrachtet man Scrum, führt die Crossfunktionalität dazu, dass jedes Team eigenständig Lösungen entwickeln kann, im Idealfall ohne Abhängigkeiten zu anderen Abteilungen, da alle  erforderlichen Fachkenntnisse abgedeckt sind. Je nach Organisationsstruktur ist die interdisziplinäre Kollaboration gelinde gesagt schwierig. 

 

 

Mit Forschergeist Dingen auf den Grund gehen

Die digitale Transformation ist eine Reise ins Unbekannte. Umso wichtiger ist es, einen gewissen Forschergeist an den Tag zu legen, der die Bereitschaft hergibt, Dingen auf den Grund zu gehen: Indem z.B. die Perspektive der einer Bevölkerungsgruppe, z.B. Rollstuhlfahrer*innen eingenommen und das Problem aus deren Sichtweise betrachtet wird. Aber auch das Ausprobieren von neuen Methoden und Technologien gehört zu dem erforderlichen Forschergeist. 

Begegnung auf Augenhöhe

In Partizipationsprozessen treffen “Partizipationsprofis”, also die Mitarbeiter*innen der Stadtverwaltung und Stadtplaner*innen auf “Partizipationslaien”, also die engagierten Bürger*innen, die in ihrer Freizeit sich für die aktive Gestaltung ihrer Umwelt Zeit nehmen. Man ist schnell dazu verleitet, auf die jeweils andere Gruppen herabzublicken: Sei es auf die Bürger, denen das mühsam erarbeitete (theoretische) Fachwissen fehlt. Oder andersherum: Sei es auf die Stadtplaner*innen, denen all das praktische Wissen der Bürgerschaft fehlt. 

In der digitalen Transformation ist es wichtig, alle in ihrer jeweiligen Rolle wert zu schätzen, denn nur, wenn verschiedene Professionen, Sichtweisen und Erfahrungshintergründe zusammen kommen, entstehen innovative Lösungen. 

 

 

 

Eins sollte klar geworden sein: Die digitale Transformation ist mehr als die Digitalisierung ovn Prozessen und Geschäftsmodellen - sie rückt den Menschen in den Mittelpunkt. Was ist für Sie die größte Neuerung in der digitalen Transformation? Verraten Sie es uns per Mail hallo@bitsundbeton.de oder via Twitter @bitsundbeton. Wir freuen uns auf Ihren Input!