Was ist gute Bürgerbeteiligung? 5 Gütekriterien

Bürgerbeteiligung ist für die Stadtentwicklung unverzichtbar. Durch sie können neue Ideen entwickelt, es kann Akzeptanz bei Veränderungsprozessen geschaffen und die Demokratieverständnis gestärkt werden. Damit Bürgerbeteiligung für alle Beteiligten motivierend und bereichernd wird, muss sie verschiedene Gütekriterien erfüllen. In diesem Artikel stellen wir Ihnen 5 Gütekriterien vor.

Gute Bürgerbeteiligung bringt Dinge ins Rollen - Autoreifen im Odonien
Gute Bürgerbeteiligung bringt Dinge ins Rollen

Gute Bürgerbeteiligung ist dauerhaft

Gute Bürgerbeteiligung heißt, dass Bürger*innen nicht nur punktuell informiert und beratend zur Seite stehen, sondern dass sie kontinuierlich mit einbezogen werden. Denn nur wenn Bürger*innen dauerhaft beteiligt werden, können sie als beratende Expert*innen agieren. Meist muss man erst ein qualitätsbewusstes Umfeld schaffen und Bürger*innen umfassend informieren, bevor die Beteiligung wirklich Früchte trägt.
Das heißt, dass Bürger*innen in allen Planungsphasen und so früh wie möglich mit einbezogen werden müssen, werden sie zu spät konsultiert, besteht die Gefahr, dass bisherige Planungsergebnisse “zerredet” werden.

Gute Bürgerbeteiligung nimmt alle mit

Methoden, wie das Design Thinking, wissen es schon lange: Je diverser die Teilnehmer*innen eines Teams, desto innovativer ist das Ergebnis des Prozesses. Gute Bürgerbeteiligung bezieht verschiedene Menschen mit ganz unterschiedlichen Sichtweisen auf die Stadt mit ein, um zunächst einmal viele verschiedene Informationen zu sammeln und um in einem zweiten Schritt viele verschiedene Ideen zu generieren.
Darüber hinaus hilft eine umfassende Bürgerbeteiligung, politische Entscheidungen am Ende zu legitimieren.

Gute Bürgerbeteiligung nutzt verschiedene Medien

Gute Bürgerbeteiligung nutzt die Medien und Formate, die dazu beitragen, dass die Beteiligung gelingt. Das können digitale Werkzeuge sein, müssen es jedoch nicht. Ganz im Gegenteil: Digitale Partizipationswerkzeuge zu nutzen, obwohl sie nicht zur Zielgruppe passen, kann sogar kontraproduktiv für den Prozess sein. Senioren erreicht man wohl am besten ganz klassisch über die lokale Zeitung und nicht über Instagram. Wogegen Jugendliche und Erwachsene, die keine Zeitung lesen, besser über Instagram erreicht werden können.

Gute Bürgerbeteiligung hält Kritik aus

Kein Vorhaben ist ohne Kritik. Gute Bürgerbeteiligung geht aktiv auf Kritiker zu und erklärt, wie und warum die Ergebnisse zustande gekommen sind. Hier ist oft viel Kommunikation und auch Überzeugungsarbeit nötig. Aber manchmal muss man auch einfach die Kritik aushalten und sich von der Idee verabschieden, es immer allen recht zu machen.

Gute Bürgerbeteiligung hat das Gemeinwohl im Blick

Kritiker entgegnen der Bürgerbeteiligung, dass sie dazu beiträgt, dass Partikularinteressen mehr Gehör finden und im schlimmsten Fall die Entscheidung beeinflussen. Gute Bürgerbeteiligung sorgt mit geeigneten Methoden und Konzepten dafür, dass alle Beteiligten das Gemeinwohl im Auge behalten.

Allen 5 Kriterien ist gemein, dass sie eine Frage der Haltung sind. Eine Haltung, die von Offenheit und Neugier den Bürger*innen gegenüber geprägt ist. Eine Haltung, die auch ergebnisoffen an Prozesse heran geht, die neue Wege geht, gemeinsam und auf Augenhöhe mit den Büger*innen.
Was sind in Ihren Augen die Gütekriterien für eine gelingende Bürgerbeteiligung? Verraten Sie es uns auf Twitter @bitsundbeton oder per Mail an hallo@bitsundbeton.de