Austausch von Bürger*innen und Verwaltung - 3 digitale Beispiele

Dieser Artikel ist die Zusammenfassung eines Vortrages, den Christine Linnartz am 9.12.2019 in Essen auf dem Kongress Zukunftsformate der Region gehalten hat.

Die FridaysForFuture-Bewegung macht es deutlich: Menschen wollen politisch Einfluss nehmen, in Entwicklungen partizipieren und ihre Zukunft aktiv gestalten. Und das nicht nur in festgeschriebenen Formaten, die die formelle Planung bereit hält. Und noch mehr zeigt die aktuelle Debatte: Auch wenn die informelle Planung maßgeschneiderte Werkzeuge ermöglicht, wollen die Menschen nicht nur punktuell beteiligt werden, sondern in einem andauernden Austausch mit der Verwaltung stehen. Wie kann das gelingen? Dieser Artikel zeigt mit Hilfe von Beispielen aus den Bereichen Information, Anhörung und Kollaboration, wie Verwaltung und Bürger*innen in einen konstruktiven Austausch gelangen können.

Dier Beitrag enstand als Vortrag bei dem Kongress Zukunftsformate der Region auf Zollverein.
Dier Beitrag enstand als Vortrag bei dem Kongress Zukunftsformate der Region auf Zollverein.

Information

Der erste Schritt ist immer, Menschen umfassend zu informieren. Wie kann man Menschen erreichen, die nicht die Zeitung lesen? Wuppertal machts vor: Über den Instagram-Account “Talbeteiligung” informiert die Stabsstelle Bürgerbeteiligung über anstehende Veranstaltungen und dokumentiert diese dann online auf ihrem Instagram-Account.

Anhörung

In Zeiten der digitalen Medien kann Anhörung so viel mehr sein, als das bloße “Einsammeln” von Informationen und Sichtweisen der Bürger*innen. Die Stadt Köln zeigt es: Auf Twitter entstand eine rege Unterhaltung zum fahrrad-freundlichen Umbau einer Kreuzung. Das Feedback der User war überwiegend positiv, es gab jedoch auch Kritik und Nachfragen. Die Kritik wurde aufgenommen und die Nachfragen beantwortet.
Das ist ein Beispiel dafür, dass ein andauernder Dialog mit Bürger*innen zielführend und konstruktiv sein kann.

Kollaboration

Chatbots sind das große Hype-Thema. Chatbots - das sind Programme, die automatisch Fragen beantworten können. Sie sind darauf programmiert, immer wiederkehrende Fragen zu beantworten. Sind sie einmal programmiert, können die Fragen automatisch, ohne dass Menschen gebraucht werden, beantworten.
Ein Beispiel ist der BonnBot: Dieser wurde von Menschen in ihrer Freizeit programmiert und beantwortet gängige Alltags-Fragen, wie z.B. “Wo kann ich parken?”. Die Daten stellt die Stadt Bonn den Entwickler*innen kostenfrei zur Verfügung.

Mehr als punktuelle Beteiligung

Digitale Partizipation ist mehr als punktuelle Beteiligung - sie kann einen dauerhaften Kommunikationskanal mit den Bürger*innen bilden. Damit kann die Verwaltung eine zeitgemäße Kommunikationskultur etablieren, die auf Offenheit und Austausch beruht.