4 Schritte der digitalen Transformation in der Bürgerbeteiligung

Kulturwandel - so könnte man den Begriff digitale Transformation in einem Wort erklären. Klar, in dem Begriffspaar “digitale Transformation” steckt auch das Wort “digital” drin. Doch es geht um viel mehr, als nur Menschen mit digitalen Werkzeugen auszustatten. Es braucht beides - die Menschen und die digitalen Werkzeuge. Viele Lebensbereiche sind schon digitalisiert: Seit Jahren liefert mir ein Biohof aus der Nähe das Gemüse, das ich vorher online bestellt habe, Bahntickets kaufe ich online (neuerdings sogar über die App) und für die Wandertour am Wochenende habe ich schon lange keinen analogen Wanderführer aufgeschlagen. Doch scheint es noch einige Bereiche zu geben, die sich gerade erst auf den Weg machen: Die Bürgerbeteiligung ist ein solcher Kandidat. Digitale Bürgerbeteiligung ist im Kommen - doch wie kommt man dorthin? Es gibt vier elementare Schritte:

Wo stehen wir? - Bestandsanalyse

Jeder Unternehmung geht eine umfassende Bestandsanalyse vorraus. Bei der Bestandsanalyse für die digitale Transformation ist es wichtig, den Blick nicht nur auf die technischen Aspekte der Beteiligung zu konzentrieren, sondern den Blick auch auf die Akteur*innen und das Zwischenmenschliche zu lenken. Denn, wie eingangs bereits erwähnt, geht es bei der digitalen Transformation um weit mehr als nur die Digitalisierung von bestehenden Konzepten und Prozessen. Fragen, die geklärt werden können, sind: Welche Methoden und Konzepte werden aktuell verwendet? Was funktioniert dabei gut? Und was dabei schlecht? Wie werden Bürger*innen aktuell informiert? Welche Bevölkerungsgruppen erreichen wir dabei kaum? Und wie wollen wir als Verwaltung überhaupt mit den Büger*innen zusammenarbeiten? Ja, hier werden die Bürger*innen als aktive Akteur*innen von Anfang an mit einbezogen.

Häuser in Münster
Münster

Wie wollen wir sein? Haltung entwickeln

Ein zentraler Aspekt in der digitalen Transformation ist die Haltung Veränderungen, neuen Ideen und Scheitern gegenüber. Veränderung, Dinge anders machen, Experimente wagen - das sind alles Dinge, die in der Verwaltung und damit auch in Partizipationsprozessen, keinen Platz haben. Verwaltung ist ja dazu da, stehts mit Hilfe des gleichen Prozesses das gleiche Ergebnis hervorzubringen: Die Komponenten A und B führen mit Hilfe des Prozesses Z immer zu C. Da ist auf den ersten Blick kaum Raum für Veränderung. Nichtsdestotrotz ist eins gewiss: Die digitale Transformation verändert unsere Welt und niemand weiß so recht, wo die Reise hingehen wird. Offenheit Neuem gegenüber ist wohl die beste Haltung. Und auch ist gewiss, dass Büger*innen sich auf vielfältige Art und Weise einbringen wollen. Partizipationsprozesse müssen neu und anders gedacht werden.

Wo wollen wir hin? Iterativ Konzepte entwickeln

Niemand kann so recht vorhersagen, wie die Welt in fünf bis zehn Jahren aussieht. Dennoch müssen wir uns auf den Weg machen und uns und die Prozesse an die Zukunft anpassen. Es macht jedoch wenig Sinn, sich jetzt schon einen genauen Plan für die nächsten vier Jahre bereit zu legen. Doch was dann? In der Softwareentwicklung hat sich das Konzept der “Iteration” eingebürgert: Das sind in sich abgeschlossene Handlungsschritte mit denen man trotzdem auf ein Ziel zusteuert. Nach jedem Handlungsschritt besteht jedoch die Möglichkeit, die Herangehensweise zu ändern. Damit entwickeln sich Projekte schrittweise weiter und können an sich verändernde Gegebenheiten angepasst werden. So können neue Formen der Bürgerbeteiligung ausprobiert werden, ohne dass man sich darauf festlegt, das jetzt “für immer” zu machen.

Warum wollen wir das? Eine Kultur der stetigen Verbesserung etablieren

Der schrittweisen Entwicklung von Konzepten liegt zu Grunde, dass man sich nach jedem Schritt Zeit nimmt, um zu reflektieren. Was funktioniert schon ganz gut? Was noch nicht? Wo werden Bürger*innen gut eingebunden? Wo noch nicht? Was lernen wir daraus? Was können wir an den bisherigen Partizipationsprozessen verändern? Auch hier ist es wieder ganz entscheidend eine Frage der Organisationskultur: Denn stetige Verbesserung erfordert, dass auch Fehler vertrauensvoll angesprochen und konstruktiv diskutiert werden können. Diese Kultur zu etablieren braucht Zeit und Geduld.

Was sind in Ihren Augen die größten Hürden bei der digitalen Transformation? Lassen Sie es uns wissen! Per Mail an hallo@bitsundbeton.de oder per Twitter @bitsundbeton!